Von Zwischenstationen und Auszeiten beim Reisen

Als die Entscheidung gefallen ist, einen Travel Blog ins Leben zu rufen, ist schon absehbar gewesen, dass wir nicht immer nur reisen und darüber schreiben würden. Zwischenstationen sind vorprogrammiert gewesen.

Hemmo and Tina, hiking Prague

Ein Leben auf Wanderschaft ist zwar etwas Schönes, doch wenn wir uns gegen etwas wehren, dann gegen ein zu schnelles Fortkommen. Ein Fortkommen, bei dem es nur darauf ankommt, so viele Orte wie möglich von einer Liste zu streichen. Nicht die Freiheit haben, an einem Ort länger zu verweilen, weil man dort etwas gefunden hat, das man weiter ausbauen und vertiefen möchte.

Vielleicht Menschen gefunden hat, die zu Freunden geworden sind und von denen man nicht so schnell wieder Abschied nehmen möchte.

Vielleicht einen Job gefunden hat, um sich den Aufenthalt zu finanzieren und in der Freizeit in Ruhe den Ort erkunden zu können.

Wer sich auf einen Job in der Ferne einlässt, macht nicht nur die wertvolle Erfahrung, sich in einem fremden Land einzuleben, einen neuen Alltag, eine neue Arbeitskultur kennenzulernen und ein Teil davon zu sein, man kann zusätzlich seinen Lebenslauf aufpolieren und neue Dinge lernen, die einem später vielleicht von Nutzen sein könnten.

Integration von Reisen und Arbeiten – ein Leben auf Wanderschaft mit Zwischenstationen

Für Hemmo und mich war Lissabon die erste gemeinsame Zwischenstation auf unserer Wanderroute zum Glück. Für uns stand fest, dass wir dieser inspirierenden Stadt ein Jahr Zeit geben wollten, sich uns Stück für Stück zu offenbaren. Dadurch dass wir Vollzeit gearbeitet haben, blieben uns meist nur die Wochenenden, um die Vielfalt der Stadt und deren Leute näher unter die Lupe zu nehmen.

Wir haben uns im Winter 2014 in der Fremde kennengelernt, ohne ahnen zu können, dass wir beide die Begeisterung für ferne Länder und Kulturen teilen würden. Dass wir eines Tages zusammen auf fremden Böden umherziehen und die Suche nach der Weite, der Freiheit, zu unserem Lebensmittelpunkt erklären würden.

Sich nach der Weite sehnen, bedeutet etwas in seinem Leben zu vermissen, ohne Aussicht es an dem Ort, an dem man sich gerade aufhält, zu finden.

Der Sonne nach…

Wenn wir sagen, dass wir etwas mehr Sonne in unseren Leben vermisst haben, kann man das als Grund zulassen, sich auf und davon zu machen?

Wieso nicht? Denn für uns gibt es keinen besseren Grund, das Alte, Vertraute hinter sich zu lassen, solange am neuen Horizont die Sonne länger und heller scheint. Und in Lissabon haben wir einen Ort mitten in Europa gefunden, der diesem Ideal ziemlich nahe kommt, wenn nicht sogar erfüllt.

Lissabon ist die Stadt des Lichts und die Miradouros sind ein Garant, so viel wie möglich davon abzubekommen. Wer noch nie was von Miradouros gehört hat: Miradouros sind Sonnenhügel mit Ausblick. Hier ist man dem Himmel so nah wie nirgendwo.

Lissabon ist so wichtig für uns, weil hier alles mehr oder weniger seinen Anfang genommen hat.

Hier haben wir unsere Liebe besiegelt.
Hier haben wir den Grundstein für A Couple Of Countries gelegt.
Hier hat man uns ein neues Lebensgefühl geschenkt. Vielleicht weil hier alles so ganz anders ist, als in unseren Heimatländern.
Der Umgang miteinander. Die Lebensart. Die Lebensfreude.
Hier haben wir Freiheit erfahren.
Die Leichtigkeit des Seins gespürt.
Die unbändige Lust für die Suche nach der Weite hat hier ihre Wurzeln geschlagen und sich von dort über den ganzen Globus ausgeweitet.

Ein Jahr haben wir Lissabon auf den Kopf gestellt, mit Faszination beobachtet wie die Jahreszeiten und Feste das Kostüm der Stadt immer wieder verändern. Eins steht fest, Lissabon hat die besten Aussichtspunkte für Sonnenuntergänge, aber auch an Parks, einer wunderschönen Altstadt, Moderne, Romantik Nostalgie, alternativen Vierteln, Kunst, Events und Flohmärkten mangelt es ihr nicht.

Das neue Jahr 2016, das in einem Monat auch schon wieder der Vergangenheit angehören wird, sollte ganz im Zeichen des Reisens stehen. 3 Monate sind letztlich dabei rumgekommen.
Jeweils ein Monat in Bali, in den Philippinen und in Kambodscha.

Wir haben so viele Wasserfälle gesehen, dass es uns für den Rest unseres Lebens reicht.
So viel Street Food probiert, dass wir die Namen der Gerichte nicht mehr zusammenkriegen.
So viele Kilometer auf dem Scooter zurückgelegt, dass uns bei der Vorstellung, wie viel wir in Europa für den Sprit hätten zahlen müssen, das Herz versagen würde.
Wir durften vom Paradies kosten und es verfolgt uns seitdem.
Asien hat noch so viel mehr zu bieten und es ist kein Geheimnis, dass wir eine Rückkehr in Betracht ziehen.

Nach 3 Monaten Kulturschock und Kulturerlebnis wollten wir durch Europa reisen, jedoch haben wir es nur bis Prag geschafft. Wie damals in Lissabon, waren wir wieder nicht davor gefeit gewesen, uns diesmal in Prag, die Stadt der Schlösser und Brücken, zu verlieben, sodass wir sie zu unserer neuen Zwischenstation erklärt haben.

Nun ist fast schon ein halbes Jahr vergangen und es sieht ganz danach aus, dass wir das neue Jahr in Letná Park, dem besten Aussichtspunkt Prags willkommen heißen werden.

Zwischenstationen sind meistens der Grund für einen Blog im Schlafmodus.

Vielleicht auch der Winter. Kurze Tage, dunkle Nachmittage. Und doch ist der Winter eine besondere Zeit des Jahres in Prag.
Die Zeit der Weihnachtsmärkte.
Die Zeit, wenn sich Prag in ein Winterwunderland verwandelt und man den Schnee sehnsüchtig erwartet.
Wer Prag nicht unter einer weißen Schneehaube gesehen hat, den hat die Magie dieser Stadt noch nicht berührt.

Wir hoffen, dass ihr nach diesem Tagebuch-Update den Grund für die Stille hier in letzter Zeit verstehen könnt.
Wir versprechen, dass sich das ändern wird und wir möchten euch in den nächsten Tage am Prager Vorweihnachtszauber teilhaben lassen.
Es wird also besinnlich.

Danke für eure Treue und den tollen Support!

Folgt uns auch im neuen Jahr 2017 auf unserer Wanderroute zum Glück.

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